Netzaufbau auf Bundesebene:

Mit dem Digitalfunk BOS entsteht das weltweit größte Kommunikationsnetz dieser Art und Qualität auf Basis der TETRA-Technik. TETRA (Terrestrial Trunked Radio) bezeichnet ein digitales Bündelfunksystem, das 1995 vom europäischen Standardisierungsinstitut ETSI (European Telecommunications Standards Institute) entwickelt wurde.

Als Lieferant der TETRA-Funksystemtechnik wurde in einer europaweiten Ausschreibung die Firma EADS (heute Cassidian Communications GmbH, kurz CCG) ausgewählt. Für die Koordination des bundesweiten Netzaufbaus und des anschließenden Betriebs ist die Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS) in Berlin verantwortlich. Der eigentliche Netzaufbau (Planung und Errichtung) erfolgt in enger Zusammenarbeit von Bund, Ländern und BDBOS unter Berücksichtigung bundeseinheitlicher Standards in Verantwortung der Länder.

Die Inbetriebnahme des Netzes erfolgt zeitlich gestaffelt in 45 geografischen Netzabschnitten und ist im Wesentlichen abgeschlossen.

Für das digitale Funknetz wurden in ganz Deutschland ca. 4.500 Basisstationen an rund 4.300 Standorten (Funkantennen mit zugehöriger Netztechnik) errichtet.

Land Baden-Württemberg:

Baden-Württemberg hat sich für die Funkversorgungsgüte GAN 0 (Fahrzeugfunkversorgung) in der Freifläche und GAN 2 (Handsprechfunkversorgung in Gürteltrageweise) in Siedlungsflächen entschieden. Der Anteil der mit Digitalfunk versorgten Fläche an der Gesamtfläche des Landes beträgt dabei mindestens 96 Prozent.

Nachdem in Baden-Württemberg alle im Rahmen des Erstaufbaus geplanten 633 Basisstationen ertüchtigt und in das Funknetz integriert sind, steht der Digitalfunk BOS seit Ende 2013 flächendeckend in ganz Baden-Württemberg zur Nutzung zur Verfügung.

Durch aufwändige funktechnische Vermessungen wird das Funknetz permanent dahingehend überprüft, ob Abweichungen zwischen der theoretisch ermittelten, der praktisch nutzbaren und der ursprünglich nach dem Systemliefervertrag vereinbarten Funkversorgung bestehen. Auf Grundlage dieser Ergebnisse werden Maßnahmen zur Optimierung (z. B. Parameteränderungen im Funknetz bzw. Um-/Neubauten von Basisstationen) eingeleitet.

Eine weitere Herausforderung stellt die Versorgung von Gebäuden und Tunnelbauwerken, die sogenannte Objektfunkversorgung, dar. Hierzu finden zahlreiche Abstimmungen mit Objekteigentümern, Bedarfsträgern, der BDBOS, Vertragspartnern und anderen Stellen statt.